Heimstudio einrichten für Einsteiger und Gitarristen

Heimstudio einrichten Tipps
Ben
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Hallo lieber Leser, seit über 25 Jahren spiele ich Gitarre. Auf dieser Seite nehme ich für dich Gitarrenkurse unter die Lupe und gebe dir tolle Tipps zum Thema Gitarre lernen für Anfänger. Jetzt wünsche ich dir viel Spaß auf meinem Blog, Ben.

Wie du dir kostengünstig ein Homestudio zusammenstellst

In den goldenen Zeiten der Rockmusik war das Aufnehmen von Songs eine echte Herausforderung. Ich erinnere mich noch an die 90er und meine Anfänge im Proberaum, als es noch keine erschwingliche Möglichkeit gab, etwas aufzunehmen, das halbwegs anständig klang. Die einzigen Möglichkeiten waren, in den sauren Apfel zu beißen und Geld für ein Tonstudio auszugeben oder sich mit einem schlechten Demotape zu begnügen und die eigene Musik über einen Kassettenrekorder mit Mikrofon-Funktion aufzunehmen.

Zum Glück sind diese Zeiten längst vorbei. Die Technologie ist inzwischen so weit fortgeschritten, dass wir zu Hause oder im Proberaum ohne große Investitionen eine Tonqualität wie im Studio erreichen können. Wenn du dich fragst, wie das geht, bist du hier genau richtig. Heute zeige ich dir, was du benötigst, um einen Song zu Hause selbst aufnehmen zu können und wie du dir dein eigenes Heimstudio einrichten kannst.

 

Homerecording-Equipment im Überblick

Obwohl das Aufnehmen von Musik zu Hause im Vergleich zu früher extrem vereinfacht wurde, ist immer noch ein gewisses Maß an Equipment erforderlich.

  • Das Ganze beginnt mit einem vernünftigen Computer. Dieser ist das Herzstück und die Grundlage für den gesamten Aufbau.
  • Dann haben wir das Audio-Interface, mit dem du das Signal deiner Instrumente und Mikrofone ordnungsgemäß in den Computer einspeisen kannst.
  • Als Nächstes kommt das Mikrofon für diejenigen, die Gesang oder akustische Instrumente aufnehmen möchten.
  • Studio-Monitore gehören zusammen mit Studiokopfhörern zu den wichtigsten Teilen der Studioausrüstung. Auch diese wirst du benötigen.
  • Zu all dem gehört auch eine Softwarekomponente. Zu diesem Zweck benötigen wir eine DAW, eine Digital Audio Workstation.
  • Wenn du nicht nur Gitarre und Gesang aufnehmen möchtest, sondern auch elektronische Beats oder Synthesizer über deine Songs legen willst, empfiehlt sich ein kleines Keyboard oder ein MIDI-Controller.

All diese Tools sind für eine ordentliche Heimaufnahme notwendig. Rechne damit, ohne den Computer zwischen 250 – 1000 Euro für ein Homestudio-Setup ausgeben zu müssen. Nachdem wir das Equipment aufgelistet haben, wollen wir uns jedes einzelne Gerät genauer ansehen. Ich werde dir außerdem konkrete Empfehlungen geben und sagen, welche Marken und Modelle für Anfänger geeignet sind. Neben den Top-Empfehlungen bekommst du auch immer eine gute Budget-Alternative genannt.

 

1. Computer – deine Kommandozentrale

Homerecording Computer

In der modernen Welt der Musikproduktion beginnt und endet alles mit einem Computer. Egal, ob es sich um kleine Amateurstudios oder große professionelle Studios handelt, ein Computer ist immer das Herzstück des gesamten Betriebs. Viele Neulinge glauben, dass man Tausende von Euro für einen Computer ausgeben muss, wenn man vernünftige Ergebnisse erzielen will. Das ist nicht unbedingt der Fall. CPUs und andere Hardware haben einen Punkt erreicht, an dem wir viel Leistung zu einem recht vernünftigen Preis bekommen.

Es gibt im Wesentlichen zwei Komponenten in einem Computer, die seine Leistung in Bezug auf die Aufnahme von Musik bestimmen. Beide sind aufgrund der Anforderungen moderner DAW-Software absolut notwendig.

  • Die erste Komponente ist die CPU oder der Prozessor. Du wirst etwas Schnelles mit mindestens vier Kernen benötigen. Der Grund, warum wir eine gute CPU brauchen, ist, dass DAWs in der Regel sehr rechenintensiv sind. Wenn man all die Plugins, Effekte und anderen Tools zusammenzählt, die wir im Durchschnitt verwenden, ist eine Menge CPU-Leistung für einen reibungslosen Arbeitsablauf erforderlich.
  • Die andere Komponente ist der Arbeitsspeicher. Die Geschichte hier ist ähnlich wie die einer CPU. Eine durchschnittliche DAW benötigt viel Arbeitsspeicher, um alle die Tools ordnungsgemäß auszuführen.

Die meisten Laptops besitzen heute zum Glück eine CPU mit vier Kernen und genügend Arbeitsspeicher, um ein Musikaufnahmeprogramm am Laufen zu halten. Sollte das bei dir der Fall sein, dann fällt dieser Kostenfaktor für dich schon mal weg.

 

2. Audio-Interface

Audio Interface Heimstudio

Ein Audio-Interface ist nichts anderes als eine Soundkarte, ein relativ einfaches Gerät, das dazu dient, das von deinen Instrumenten und Mikrofonen stammende Signal zu konvertieren und anzupassen, damit es von deinem Computer verarbeitet werden kann. Es gibt sie in allen möglichen Formen und Formaten, aber im Grunde tun sie alle das gleiche.

Das einfachste Audio-Interface hat einen Eingang für dein Mikrofon und einen für Instrumente. Diese sind zu einem sehr erschwinglichen Preis zu haben. Du musst herausfinden, wie komplex deine Projekte sein werden. Je nachdem, wie du diese Frage beantwortest, musst du dir möglicherweise ein komplexeres Interface zulegen, um alle deine Bedürfnisse abzudecken. Zumindest sollte ein Audio-Interface ein paar einfache Anforderungen erfüllen.

Erstens muss es eine angemessene Klangqualität bieten. Diese hängt von der eingebauten Hardware ab und wird mit steigendem Preis besser.

Die zweite Anforderung ist eine niedrige Latenzzeit. Einfach ausgedrückt ist die Audiolatenz die kurze Zeitspanne zwischen der Erzeugung eines Tons und dem Hören eines Tons. Im Zusammenhang mit der Musikproduktion wäre ein Beispiel für Latenz die Zeit zwischen dem Anspielen einer Gitarrensaite und dem Hören des resultierenden Tons über die Kopfhörer, nachdem sich das Signal seinen Weg durch den Computer gebahnt hat. Onboard-Soundkarten haben eine hohe Latenz, das heißt, der angeschlagene Ton ist nicht während der Tonerzeugung gleichzeitig über die Lautsprecher zu hören, sondern mit einer gewissen Verzögerung. Deshalb sind sie für Studioproduktionen ungeeignet. Audio-Interfaces für die Musikproduktion eliminieren die Verzögerung. Der erzeugte Ton kommt während der Tonerzeugung auch aus den Lautsprechern.

Die meisten modernen Schnittstellen verwenden immer noch den USB 2.0-Standard, obwohl immer mehr Thunderbolt-, Firewire- und USB 3.0-Geräte auf den Markt kommen.

 

Audio-Interfaces für Einsteiger

Im Folgenden erhältst du meine persönlichen Empfehlungen zu Audio-Interfaces, die sich für den Heimeinsatz bewährt haben und für Einsteiger ideal sind.

Steinberg UR22C – USB 3 Audio Interface

Das Steinberg UR22C ist ein absoluter Bestseller und hat eine hervorragende Soundqualität. Das Gehäuse ist kompakt und sehr robust. Es ist optimal für das Aufnehmen von Songs zu Hause und unterwegs. Du kannst gleichzeitig dein Mikrofon und dein Instrument anschließen. Außerdem hat es einen MIDI-Anschluss für Keyboards und Controller. Enthalten im Preis ist die DAW Cubase AI, eine abgespeckte Version von Steinbergs preisgekröntem Musikproduktionssystem Cubase Pro. Diese DAW ist für Einsteiger ausreichend und du kannst sofort mit der Aufnahme loslegen. Ich habe das Vorgängermodell UR22 seit vielen Jahren im Einsatz und kann es dir wärmstens ans Herz legen.

Focusrite Scarlett 2i2 3rd Gen Audio Interface

Das Focusrite Scarlett 2i2 ist ebenfalls ein mittlerweile zum Klassiker avanciertes Audio-Interface. Es ist in seinen technischen Daten und dem Klang vergleichbar mit dem UR22C von Steinberg. Auch das Focusrite hat ein robustes Metallgehäuse. Es sieht auch etwas cooler aus. Leider fehlt ihm der MIDI-Anschluss. Deswegen würde ich eher für das Gerät von Steinberg plädieren. Aber ein Blick auf das Scarlett lohnt sich, denn es hat gleich zwei hervorragende kostenlose Einsteiger-DAWs an Bord: Ableton live Lite + Pro Tools First.

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Behringer UMC202HD U-Phoria 2×2 192kHz USB Audio Interface

Eine noch günstigere Alternative zu den oben genannten Audiointerfaces ist das Behringer UMC202 HD U-Phoria. Du kannst gleichzeitig ein Mikrofon und ein Instrument anschließen. MIDI-Anschlüsse gibt es keine. Der Klang ist ordentlich. Auch die Latenzzeiten sind gut. Eine Audiosoftware wird nicht mitgeliefert. Im untersten Preissegment sicherlich eines der besten Audio-Interfaces.

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3.  Mikrofone

Mikrofone für Heimstudio

Möchtest du Gesang, deine Akustikgitarre oder deine E-Gitarre über den Verstärker aufnehmen, musst du dir ein gutes Mikrofon zulegen.

Mikrofone gibt es im Allgemeinen in zwei Ausführungen.

  • Es gibt dynamische Mikrofone, die die erste Wahl für Instrumente sind.
  • Und Kondensator-Mikrofone, die eher für die Aufnahme von Gesang verwendet werden.

 

Dynamisches Mikrofon

dynamisches Mikrofon Aufnahme GitarreWenn du keine Sängerin oder kein Sänger bist und auch nicht vorhast, Gesang aufzunehmen, sondern z.B. deine E-Gitarre über den Amp, dann empfehle ich dir den Kauf eines dynamischen Mikrofons, das für diese Art von Aufnahmen ideal ist. Sie neigen weniger zu Rückkopplungen, sind robust und sehr druckvoll. Deshalb werden sie auf der Bühne und im Proberaum als Gesangmikrofone sowie für die Abnahme von Gitarrenverstärkern verwendet.

 

 

 

Folgende dynamische Mikrofone kann ich dir empfehlen:

Shure SM58

Das Shure SM58 ist der Klassiker unter den dynamischen Mikrofonen. Es hat einen klaren, druckvollen Sound und ist sehr robust konstruiert. Von der Seite eindringender Schall wird nahezu gänzlich unterdrückt, was es gegen Rückkopplungen schützt.

beyerdynamic TG V35 s

Das beyerdynamic TG V35 s ist ein professionelles Allround-Mikrofon für Einsteiger. Für den schmalen Geldbeutel bekommst du sehr viel geboten. Es ist eine gute preisgünstige Alternative zum teureren Shure SM58. An den Klang des Shures kommt es nicht ganz ran, aber für diesen günstigen Preis ist es ein erstaunlich gutes Mikrofon.

 

Kondensator Mikrofon

Kondensator MikrofonMöchtest du auch Gesang aufnehmen, dann besorge dir ein gutes Kondensator-Mikrofon, denn das kannst du auch für die Aufnahme akustischer Instrumente verwenden. Sie haben sehr feine Klangeigenschaften, sind empfindlicher als dynamische Mikrofone und bilden hohe Frequenzen und Zischlaute am besten ab. Auf der Bühne und im Proberaum werden sie dagegen nicht verwendet, denn sie neigen aufgrund ihrer physikalischen Bauweise zu Rückkopplungen.

 

 

 

Folgende Kondensator-Mikrofone kann ich empfehlen:

Rode NT-1 A

Der absolute Klassiker unter den Kondensator-Mikrofonen ist das Rode NT-1 A. Es hat viele Eigenschaften, die sonst nur teurere Mikrofone vorweisen. Es ist sehr empfindlich. Deswegen ist die leise Umgebung, in der du aufnimmst sehr wichtig. Du bekommst sogar eine Mikrofonspinne und einen Popschutz mitgeliefert.

 

Behringer B-1

Die Budget-Alternative unter den Kondensator-Mikrofonen ist das Behringer B-1. Für den Preis klingt es überraschend gut und die Verarbeitung ist auch top. Auch hier ist eine Spinne inklusive. Sicher gibt es noch günstigere Kondensator-Mikrofone, aber der Qualitätsabfall ist bei weiter abnehmendem Preis doch eklatant.

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Ob du dich für ein Kondensator- oder ein dynamisches Mikrofon entscheidest, bleibt ganz dir überlassen. Sobald du eine gewisse Erfahrung hast, wirst du schnell feststellen, dass ein einziges Mikrofon nicht alle deine Bedürfnisse abdecken kann. Die meisten Produzenten haben einen ganzen Schrank voller verschiedener Mikrofone, die sie für unterschiedliche Zwecke einsetzen. Für deinen Heimstudio-Einsatz ist solch ein Arsenal aber nicht notwendig.

 

4. Studiomonitore und Studiokopfhörer

Monitor Speaker Kopfhörer

Trotz der ganzen Ausrüstung, die wir bisher erwähnt haben, gibt es nur einen Weg, wie du wissen kannst, was in deinem Mix vor sich geht. Hier kommen Studio-Monitore und Studio-Kopfhörer ins Spiel. Ohne sie arbeitest du im Grunde genommen im Blindflug. Das Monitoring ist der entscheidende Teil der Aufnahme und ermöglicht dir die Kontrolle des aufgenommen Tonmaterials.

 

Studio-Monitore

Studiomonitore Homerecording StudioEin guter Satz Studiomonitore ist viel wichtiger als eine hochwertige DAW oder ein hochwertiges Audio-Interface. Dazu musst du wissen, wie du sie richtig positionierst und die richtige Größe für dein Studio wählen. Wie das geht, erfährst du hier. Im Gegensatz zu HIFI-Boxen zeichnen sich Studio-Monitore durch eine besonders neutrale Wiedergabe aus und reproduzieren das Audiosignal so, wie es durch Verstärker und Mikrofone ausgegeben wurde. Das ist wichtig, um Höhen, Mitten und Tiefen und die einzelnen Spuren genau differenzieren zu können.

 Gute Modelle im Überblick:

KRK RP5 RoKit Classic

Beliebte Studio-Speaker sind die KRK RP5 RoKit Classic. Laut Hersteller sind sie sogar die meistverkauften Studio-Lautsprecher der Welt. Sie haben ordentlich Druck. Bässe, Mitten und Höhen sind klar voneinander zu unterscheiden. Die Musikwiedergabe ist sehr neutral. So soll es sein.

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Yamaha HS5

Die Yamaha HS5 schneiden in Tests seit Jahren mit Bestnoten ab. Sie stellen ein flaches, ehrliches Klangbild dar und eigenen sich ideal zum Mixing im Heimstudio. Sie sind nicht die günstigsten, aber sicher gehören sie zu den besten Abhör-Monitoren auf dem Markt.

Alesis Elevate 3 MKII

Studiomonitore für nur ca. 80 Euro? Wohlgemerkt als Paar! Die Alesis Elevate 3 MKII sind für Anfänger mit schmalem Budget interessant. Sie reproduzieren ein überraschend lineares Klangbild ohne viel Grundrauschen und funktionieren als Abhör-Monitore sehr ordentlich. Im Hochtonbereich zeigen sie leichte Schwächen, aber den günstigen Preis muss man hier berücksichtigen.

 

Studio-Kopfhörer

Studiokopfhörer Headphones Audio Technica ATH M50XÄhnlich verhält es sich mit Studiokopfhörern. Sie sind zwar kein wirklicher Ersatz für Monitorlautsprecher, aber sie können dir helfen, wenn du ein knappes Budget hast. In einem perfekten Szenario solltest du über ein gutes Set aus beiden verfügen.

Beachte, dass Studio-Kopfhörer meist flach klingen und nicht für HIFI-Vergnügen gedacht sind. Sie sind dafür da, jede Tonspur und jedes Instrument klar herauszuhören und Höhen, Mitten und Tiefen differenzieren zu können. Bei herkömmlichen HIFI-Kopfhörern überlagern die Bässe häufig die Mitten und Höhen. Es kann deshalb sein, dass du beim ersten Hören vom Klang deiner Studio-Kopfhörer enttäuscht bist, weil du ein anderes Klangbild gewöhnt bist. Das muss so sein.

Ich habe eine Weile überlegt, welche Studio-Kopfhörer ich empfehlen soll, kann aber ehrlicherweise Kopfhörer unter 100 Euro nur eingeschränkt anpreisen. Deshalb kommt als erstes meine Topempfehlung und als zweites ein Kompromiss aus Preis/Leistung.

Audio-Technica ATH-M50X

Die eierlegende Wollmilchsau unter den Studiokopfhörern sind die Audio-Technica ATH M50X. Das Tolle an ihnen ist, dass sie trotz der hervorragenden Ausdifferenzierung der Instrumente, einen beachtlich knackigen Bass-Sound haben und somit auch im Alltag als Musik- und TV-Kopfhörer einsetzbar sind. Sie sitzen außerdem bequemer und sind flexibler in der Handhabung als andere, haben das beste Design und du kannst drei verschiedene Kabellängen anschließen. Das bieten bekannte Studio-Kopfhörer von beyerdynamic, AKG & Co. nicht. Das alles mit der in meinen Augen besten Soundwiedergabe (ich habe die meisten getestet), macht sie zu den besten erschwinglichen Studio-Kopfhörern. Viele Professionelle Musik-Produzenten setzen sie ein. Ich besitze sie selbst seit 2017 und muss sagen, dass sie eine der befriedigendsten Anschaffungen waren, die ich je gemacht habe.

Audio Technica ATH-M20x

Als günstigere Alternative empfehle ich die Audio-Technica ATH-M20X. Sie klingen nicht ganz so brillant wie das teurere Schwesternmodell. Auch Verarbeitung und Handhabung sind nicht auf dem Niveau der M50X, aber für ca. 50 Euro gehören sie zu den besten Studio-Kopfhörern ihrer Preisklasse.

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5. Digitale Audio-Workstations – Wo die Magie passiert

Digital Audio Workstation

Nun haben wir die wichtigste Hardware behandelt, die du für ein grundlegendes Aufnahmestudio benötigst. Jetzt müssen wir uns mit der Aufnahme-Software befassen, die alles miteinander verbindet.

Eine Digital Audio Workstation, kurz DAW, ist eine Software, mit der du Musik aufnehmen, verschiedene Effekte hinzufügen, deinen Mix mastern und schließlich ein fertiges Produkt produzieren kannst. Im Grunde handelt es sich um ein virtuelles Musik-Studio.

Es gibt eine Vielzahl von DAWs auf dem Markt, die alle ihre eigene Art haben, die Arbeit zu erledigen. Die meisten Produzenten sind an die Arbeit mit einer bestimmten DAW gewöhnt und wechseln nur ungern zu einer anderen. Diese Aufnahme-Software ist oft so kompliziert, dass ein Plattformwechsel jahrelanges Lernen erfordern kann.

Die meisten Anfänger sind nervös, wenn es darum geht, eine DAW auszuwählen, was normal ist, wenn man bedenkt, dass einige von ihnen nicht gerade billig und sehr komplex sind. Zum Glück gibt es DAWs, die kostenlos sind, aber auch sehr viel können. Außerdem ist der Einstieg in jede DAW relativ einfach. Du wirst vielleicht ein paar Stunden brauchen, um herauszufinden, wie man Spuren aufnimmt und diese Aufnahmen bearbeitet. Es gibt unzählige kostenlose Tutorials auf YouTube zu jedweder Musiksoftware.

Das Mastering, das Abmischen und die perfekte Abstimmung ist das, was am meisten Zeit in Anspruch nimmt. Das ist eine Fähigkeit, die man durch Übung, viel Lernen und Erfahrung erlangt. Das dauert oft Jahre.

 

Die besten DAWs für Homerecording-Beginner

Audacity (kostenlos)

Audacity ist ein einfach zu bedienender, mehrspuriger Audio-Editor und Recorder für Windows, macOS, GNU/Linux und andere Betriebssysteme. Es wurde von einer Gruppe von Freiwilligen als Open Source entwickelt. Wer MIDI aufnehmen sowie Effekte und Plugins einsetzen möchte, muss sich eine Alternative suchen, denn das bietet Audacity als reines Aufnahmeprogramm nicht. Für Anfänger, die nur Gitarre und Gesang aufnehmen möchten, reicht Audacity als Einstieg allemal. Audacity funktioniert auch prima als einfaches Aufnahme-Programm im Bandproberaum.

Hier kannst du dir Audacity kostenlos herunterladen

GarageBand (kostenlos)

Diese App ist Bestandteil der Apple-Programmpalette und kosten Apple-User nichts, ist aber auch nur für diese nutzbar. Es handelt sich um eine intuitiv zu bedienende DAW, die für Einsteiger sehr gut geeignet ist. Es können auch MIDI-Geräte an ein Audio-Interface angeschlossen und deren Signale über diese App verarbeitet werden. GarageBand ist ideal, wenn du schnell und einfach, eigene Stücke produzieren möchtest und ein Mac-User bist.

GarageBand für Mac herunterladen

Reaper

Reaper ist eine funktionsreiche DAW, die im Heimstudiobereich immer beliebter wird. Sie kostet nur 60 Dollar und ist deshalb eine echte Alternative zu teuren Konkurrenzprodukten von Steinberg, Ableton und & Co. Reaper ist beliebig erweiterbar und auch für den MIDI-Einsatz nutzbar. Die DAW kann 30 Tage getestet werden. Es gibt sie nur auf Englisch.

Jetzt Reaper 30 Tage kostenlos testen

Steinberg Cubase

Steinbergs Musik-Software erfreut sich sowohl in der professionellen Musikproduktion als auch im Heimstudio-Bereich großer Beliebtheit. Ich nutze sie seit Jahren. Die preisgekrönte Software erfordert für Einsteiger schon etwas Einarbeitungszeit, aber wenn du erst mal drin bist, dann funktioniert vieles intuitiv. Die Möglichkeiten von Cubase sind riesig. Es gibt verschiedene Ausführungen des Programms: Cubase Elements kostet ca. 100 Euro, die Artist Version ca. 300 Euro. Für die Pro-Version musst du ca. 500 Euro berappen.

Tipp: Cubase AI als Lite-Version von Cubase Pro gibt es bei Kauf des Audio-Interfaces Steinberg UR22C kostenlos dazu. Die abgespeckte Einsteiger-Variante kann schon sehr viel und ist für Homerecording-Anfänger optimal. Zudem ist es möglich, sehr preisgünstig von Cubase AI auf höhere Versionen wie Elements und Artist upzugraden.

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Ableton live

Ableton Live mag auf den ersten Blick einschüchternd wirken. Für einen absoluten Anfänger ist es jedoch eine der am einfachsten zu erlernenden DAWs. Das liegt daran, dass Abletons intuitiver und unkomplizierter Arbeitsablauf es auch Anfängern leicht macht, sofort loszulegen und Songs zu produzieren. Es gibt eine Standard-Version für ca. 360 Euro. Die Vollversion kostet ca. 600 Euro.

Tipp: Wer sich für das Focusrite Scarlett Audio-Interface entscheidet, erhält Ableton Live Lite kostenlos dazu.

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Avid Pro Tools

Pro Tools ist wohl die weltweit am häufigsten von Studios und Profi-Musikern eingesetzte DAW. Pro Tools ist unglaublich vielfältig und unbegrenzt erweiterbar. Meiner Meinung nach gehört Pro Tools zu den Programmen, in die man am Anfang die meiste Einarbeitungszeit stecken muss. Auch hier gibt es verschiedene Varianten. Avid bietet die eingeschränkte Version Pro Tools First kostenlos an. Hier kannst du sehr leicht Tonspuren aufnehmen sowie MIDI-Instrumente und Audio-Effekte einbinden. Die Pro-Version mit vollem Umfang kostet ca. 600 Euro.

Tipp: Wer sich für das Focusrite Scarlett Audio-Interface entscheidet, erhält Pro Tools First kostenlos dazu.

Avid Pro Tools anschauen

Es gibt nicht die beste DAW für Einsteiger. In jedes Programm musst du dich erst mal einarbeiten und viel Zeit investieren. Aber das macht ja auch Spaß. Ich empfehle für den Anfang das kostenlose Audacity. Damit kannst du einfache Songs aufnehmen und du bekommst schon mal ein Gefühl dafür, wie das Arbeiten mit einer DAW funktioniert. Gleichzeitig solltest du die kostenlosen Testversionen der anderen Programme ausprobieren und dann entscheiden, welche Oberfläche und welcher Funktionsumfang und Workflow dir am meisten zusagt.

 

6. MIDI-Controller und MIDI-Keyboards

Midi Controller Keyboards Home Recording

Wenn du nicht nur deine Gitarre und den Gesang aufnehmen möchtest, sondern noch Beats, Synthesizer und virtuelle Instrumente einsetzen willst, benötigst du unbedingt einen MIDI-Controller bzw. MIDI-Keyboard.

Midi Anschluss
MIDI Anschluss

MIDI (Musical Instrument Digital Interface) ist ein 40 Jahre alter Industriestandard über den elektronische Instrumente angesteuert werden können. MIDI-Keyboards oder MIDI-Controller erzeugen nämlich keinen eigenen Klang, aber über die MIDI-Schnittstelle können sie virtuelle Instrumente, die du z.B in deiner DAW geöffnet hast, ansteuern und Sounds erzeugen.

Die Auswahl an MIDI-Controllern ist riesig und unüberschaubar. Im Grunde machen die meisten ihre Arbeit gut. Trotzdem möchte ich dir zwei MIDI-Controller vorstellen, die besonders beliebt bei Homerecording-Einsteigern sind.

AKAI Professional MPK Mini MK3

Das AKAI Professional MPK Mini MK 3 ist weltweit eines der beliebtesten MIDI-Geräte, die im Homerecording eingesetzt werden. Es hat Klaviertasten, Beat Pads und 8 Regler für die Musikproduktion. Damit hast du die volle Kontrolle über deine virtuellen Instrumente und Mischpulte. Design und Verarbeitung sind super.

Alesis Qmini

Wenn du keine Beat-Pads benötigst und nicht mehr als 50 Euro bezahlen möchtest, dann schaue dir das Alesis Qmini mal genauer an. Es hat 32 anschlagdynamische Tasten und eignet sich für Musiker, die längere Klavier oder Synthesizer-Passagen einspielen möchten. Tolles Teil.

 

Tipp für Heimstudio-Einsteiger

Zu diesem Zeitpunkt mögen sich all die oben genannten Dinge überwältigend anfühlen. Wichtig ist, dass du langsam anfängst und dir alle Grundlagen aneignest. Das Aufnehmen von Musik und die Musikproduktion im Allgemeinen sind leicht zu erlernen, aber ziemlich schwierig zu meistern, wenn es ans Abmischen, Mixen und Mastern geht. Nichts geschieht über Nacht, also nimm dir Zeit.

 

Fazit – Homestudio einrichten

Wir leben in einer Zeit, in der Computerleistung und Elektronik sowohl zugänglich als auch erschwinglich sind. Das macht das Aufnehmen von Musik zu Hause zu einer sehr realen Möglichkeit. Wie du aus dem Inhalt dieses kurzen Leitfadens ersehen kannst, besteht jedes Tonstudio aus mehreren Komponenten.

Wenn du dich fragst, ob es möglich ist, mit einem geringen Budget eine vernünftige Anlage zu bauen, lautet die Antwort: Ja. Du musst keine großen Summen ausgeben, um Musik aufzunehmen. Ganz im Gegenteil. Ohne Computer, den du wahrscheinlich schon besitzt, und MIDI-Controller, der für die Aufnahme von Gesang und analogen Instrumenten nicht notwendig ist, kostet ein Heimstudio-Setup der günstigsten hier vorgestellten Geräte gerade mal 230 Euro, vorausgesetzt, du verwendest eine kostenlose DAW. Damit kannst du schon sehr schöne Aufnahmen machen. Es hängt alles davon ab, wie weit du gehen willst und wie sehr du dich engagieren möchtest, um die Grundlagen zu lernen.

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